Ehrenpräsidenten

Fritz Krähenbühl

17.9.1951

Präsident 1973 – 1990

Ehrenpräsident seit 1997

 

Fritz Krähenbühl siebzehn Jahre Präsident des Reitvereins, seit 1974 ununterbrochen auch OK- Präsident unserer Springkonkurrenz.

Mit über zweihundert Siegen an Springprüfungen der Kat. J – MII auch der erfolgreichste

Springreiter unseres Vereins. Bei allen Vereinserfolgen der letzten 25 Jahre war Fritz als nervenstarker Schlussreiter unserer Equipe immer dabei. 1997 aus Anlass des 75-jährigen Jubiläums ernannte die Generalversammlung Fritz zum ersten Ehrenpräsidenten der Vereinsgeschichte.

Keiner kennt den Verein so gut wie unser Mr. Reitverein. Ich habe ihn deshalb gebeten, seine lange

Präsidialzeit mit eigenen Worten zu schildern.

 

Alle Geschichten und Anlässe aus meiner Präsidialzeit aufzuzählen, würde den Rahmen unserer Festschrift sprengen.

 

Anlässlich der Generalversammlung 1973 wurde ich im „zarten “ Alter von

22 Jahren zum Präsidenten gewählt. Ich weiss noch, dass ich zu jener Zeit am Fourier Abverdienen in Aarau war. Ich hatte mir zwar vorgestellt, irgendwann einmal im Vorstand des Reitvereins mitzumachen, doch habe ich mich als Bankangestellter eher als Kassier gesehen. Es war für mich dann auch total überraschend, dass ich aus der Versammlung heraus vorgeschlagen und gewählt wurde.

 

Bald wurde mir bewusst, dass das Sprichwort „Würde bringt Bürde “ auch bei mir seine Gültigkeit hatte. Dank der tatkräftigen Mitarbeit meines Vorgängers und aller

Vorstandsmitglieder wurde mir der Einstieg sehr erleichtert. Als erste Aufgabe stand mir die Organisation des Vier-Tage-Rittes bevor, der uns nach Schleitheim führte.

 

Im darauf folgenden Jahr hatte ich zum ersten Mal die Springkonkurrenz zu organisieren. Wir beabsichtigten, das Trio Eugster zusammen mit der Teddy Kunz Band zu engagieren. Der Vertrag wurde dann auch abgeschlossen, doch circa einen Monat vor dem vorgesehenen Auftritt teilte uns der Manager des Trio Eugsters mit, sie seien für einen Fernsehauftritt vorgesehen und müssten auf das Elgger Engagement verzichten. Mit „Hängen und Würgen “ konnten wir dann doch noch die beiden Auftritte koordinieren. Ob die Eugsters dann ihre Stimme für den Fernsehauftritt schonten, weiss ich nicht. Ganz sicher weiss ich jedoch, dass an jenem Abend der Strom in der Reithalle ausfiel und inmitten eines Liedes urplötzlich nichts mehr ging, beziehungsweise kein Ton mehr aus den Kehlen der berühmten Brüder kam.

 

Mit jugendlichem Elan habe ich versucht, auch das übrige Jahresprogramm abwechslungsreich und unterhaltsam zu gestalten. Neben dem schon traditionellen Bahnreiten, dem Schlussreiten mit Dressur und Springen, Patrouillenritten, Ausritten, Vereinsspringen, Mehrkämpfen und Klausabenden, habe ich dann auch den Pfarritt wieder eingeführt. Dieser Anlass, für Nichteingeweihte eine Art berittene Feldpredigt, war in den späten Fünfzigerjahren einer der beliebtesten Veranstaltungen. Gegen hundert Berittene mit dem Pfarrer an der Spitze und viele Fussgänger haben dem Pfarritt jeweils einen würdigen Rahmen gegeben. Mangels eines reitkundigen Pfarrers konnte

der Pfarritt lange Zeit nicht mehr durchgeführt werden. Dank eines Hinweises unseres leider viel zu früh verstorbenen Mitgliedes Hans Sommer haben wir dann mit Herrn Pfarrer Fraefel von Elsau Kontakt aufgenommen und dieser war sofort begeistert. So konnten wir 1977 erstmals wieder einen Pfarritt ausschreiben. Wider erwarten kamen gegen hundert Berittene, mit Ponys, Haflingern, Freibergern und sonstigem „Reitbaren „.

 

Eine Episode, die mir noch geblieben ist, hat sich bei der dritten Austragung mit

anschliessendem Zvieri beim Schloss zugetragen. Rund um den Heurütiweier hatten wir einige Sprünge aufgebaut. Hans Sommer führte die stattliche Reiterschar an, der Pfarrer folgte an zweiter Stelle. Doch nicht lange. „Struppi“, das Pfarrer-Pferd, ansonsten sehr willig refüsierte und der Pfarrer flog in hohem Bogen alleine über das Hindernis. Doch auch diese Malheur konnte Pfarrer Fraefel nicht hindern, wieder aufzusitzen und den Sprung ein zweites Mal zu wagen. Dann ging es zu Schüblig und Brot in Richtung Schloss. Gemütlich wurde noch drei oder vier Stunden zusammengesessen. Beim Aufräumen hatte ich plötzlich ein Reissen. Blitzartig suchte ich das nächste WC auf Da ich mir bewusst war ein äusserst empfindliches

„Mägli “ zu haben, beunruhigte mich dies nicht weiter Doch in der darauffolgenden Woche hat sich unser Verdacht bestätigt, dass irgendetwas nicht in Ordnung war. War es das Brot oder die Wurst, der Wein oder das Bier? Jedenfalls hatten mehr als die Hälfte der Teilnehmer am Pfarritt den „Scheisser „.

 

Weitere Höhepunkte des Vereinslebens waren jeweils die Klausabende des Reitvereins. Was sich unsere Kläuse Hansjörg Kipp und Heinz Langmeier zusammengereimt haben, hätte ein eigenes Buch verdient. (Siehe auch Kapitel Jahresberichte).

 

Die sich im Zweijahresturnus abwechselnden Vier- Tages- Ritte und die Springkonkurrenzen bildeten zwangsläufig die weiteren Highlights des Reitvereinsjahres. Vom Bündnerland bis in den Schwarzwald, vom Jura bis in die Innerschweiz, vom Elsass bis ins Emmental, überall sind wir gewesen. Viele, viele Stunden haben wir auf unseren Vier-Tages-Ritten im Sattel und auf harten Wirtschaftsstühlen oder Barhockern gesessen. Keine Stunde möchte ich missen.

 

Die Springkonkurrenzen mit dem bereits erwähnten Trio Eugster, dem Original Alpenlandquintett, den Paldauern und vielen mehr, dazu die Finalprüfungen des VSCR und der RII-Gold Trophy haben meine OK- und Vereinskollegen immer mit Bravour gemeistert.

 

Einmal hatten wir die Idee, anlässlich unserer Springkonkurrenz eine Seilziehmeisterschaft für Dorfvereine durchzuführen. Die erste Austragung war ein absoluter Erfolg und endete mit dem Sieg der Hornussergesellschaft Elgg. Die zweite Austragung endete dann mit einem Eklat. Wegen des misslichen Wetters mussten wir im Gang des Festzeltes ziehen.

 

Das Festzelt war leider etwas zu kurz, so dass drei Meter des Seils ausserhalb des Vorhanges waren. Die Überraschung war nicht gross, als die Equipe des Reitvereins gegen den Damenturnverein, der mit zwei Personen mehr antreten konnte ausschied. Dass die Damen dann aber auch gegen die favorisierten Hornusser gewannen war eine absolute Sensation. Des Rätsels Lösung:

Ausserhalb des Vorhanges haben am Seilende drei Mitglieder des „Commitato italiano“ (notabene muskelbepackte Bauarbeiter) die Damen unbemerkt unterstützt.

 

Am Ende meiner langjährigen Amtszeit führte ich die ersten Verhandlungen mit dem Gemeinderat über die Neuanlage des Sportplatzes. Davon, dass diese für unseren

Verein ausgezeichnet ausgegangen sind, können Sie sich anlässlich unserer Jubiläumsspringkonkurrenz selbst überzeugen.

 

Es gäbe noch so vieles zu erwähnen, aber ich glaube es reicht. Falls ich das hundertjährige Jubiläum erlebe, und wir dann auch wieder eine Festschrift veröffentlichen, werden sicher noch weitere Episoden nach dem Motto „wesch no…“ dazukommen.